Gruppe Krebs

Mikrobiell induzierte chronische Entzündungsreaktionen können schwerwiegende Erkrankungen verursachen, wie etwa chronische Darmentzündungen und bestimmte Tumorerkrankungen. Wir untersuchen anhand von Mausmodellen und Patientengewebe die Rolle von spezifischen Genen oder molekularen Signalwegen, welche für die Entstehung von entzündlichen Erkrankungen und Tumoren verantwortlich sind. Unser Ziel ist es, die Mechanismen hinter diesen Erkrankungen besser zu verstehen, um neue Therapieansätze zu identifizieren.

Stichworte:

  • Kommunikation zwischen angeborenem und erworbenem Immunsystem
  • Der Einfluss von Entzündung auf Tumorentstehung
  • Immunerkrankungen

Aktuelle Forschungsprojekte

Die Rolle von Zytokinen für die Tumorentwicklung

Gruppe Krebs Entzündung trägt massgeblich zur Krebsentstehung bei. Wir konnten zeigen, dass IL-33-Signalwege für die Entwicklung von myeloproliferativen Neoplasmen (MPN), einer Art von Blutkrebs, wichtig sind und auch Dickdarmkrebs fördern (Mager, J Clin Invest, 2015; Mertz, OncoImmunology, 2015; Pastille, Mucosal Immunol, 2019). Derzeit untersuchen wir den Beitrag von IL-33 zur MPN Progression, sowie die zellulären und molekularen Mechanismen, die zum IL-33 abhängigen Dickdarmkrebs führen. Für diese Studien verwenden wir Patientengewebe und Mausmodelle.

 

 

Erhöhte Expression von IL-33 im Knochenmark von MPN Patienten. IL-33: braun; CD34 (Endothelzellen): rot

mRNA-Spleissen und epitheliale Integrität

Gruppe Krebs Bei Darmerkrankungen wird die Darmbarriere oft gestört, was zu einer Durchlässigkeit des Darms oder der Darmwand führt. Wir haben kürzlich gezeigt, dass das Protein ESRP1, ein Regulator des mRNA-Spleissens in Epithelzellen, eine kritische Funktion zur Aufrechterhaltung der Integrität der Darmbarriere aufweist (Mager et al., eLife, 2017). In diesem Projekt untersuchen wir weiter, wie der Verlust oder die Reduktion von ESRP1 zur Darmpathogenese, einschliesslich Darmkrebs, führt.

 

 

 

Bakterien (weisse Pfeile) durchdringen die undichte Darmbarriere von Esrp1-Mutantenmäusen. Massstabsbalken: 100 μm (aus Mager et al., eLife, 2017)

Signalaustausch zwischen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem

Gruppe Krebs Unser Immunsystem besteht zum einen aus der angeborenen Immunität, welche eine erste Verteidigungslinie darstellt und zum anderen aus der erworbenen Immunität, die zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert wird und für das immunologische Gedächtnis verantwortlich ist. In diesem Projekt verwenden wir verschiedene Mausmodelle um besser zu verstehen, wie die angeborene Immunität die erworbene Immunität beeinflussen kann, vor allem in Abhängigkeit von entzündlichen Prozessen, ausgelöst durch Infektionen (z.B. durch Pathogene; Cardoso Alves, EMBO Reports, 2019) oder durch sterile Entzündung (z.B. Tumorkontrolle).

 

TRAIL programmiert NK-Zellen, indem es die Produktion von Entzündungsbotenstoffen (IFNγ) blockiert, aber die Bildung von Zellgiften (GZMB) fördert. NK-Zellen ohne TRAIL produzieren mehr IFNγ, aber weniger GZMB, was zu einer verbesserten antiviralen CD8+ T-Zellantwort bei infizierten Mäusen führt

Aktuelles

Lutz Zwillenberg Prize Lukas Mager

Lukas Mager, der in seiner Dissertation „Molecular Dissection of Inflammation-induced Immunopathologies“ einen Entzündungsmechanismus beschreibt, der sowohl Blut- wie auch Darm-Krebs vorantreibt. Dabei spielt ein bestimmter Botenstoff, das sogenannte Interleukin-33 (IL-33), eine wesentlich Rolle, indem er Immun- und andere Zellen aktiviert. Dies führt zur Freisetzung verschiedener Faktoren, die das Tumorwachstum befördert. Somit stellt IL-33 ein potenzielles Zielmolekül für die Therapie dar.

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